My Finance Coach Blog | 27.10.2017

Wenn der Paketmann nicht mehr klingelt

Online kaufen wird immer populärer.  Von der Zuverlässigkeit der Lieferung hängt im Internethandel sehr viel ab. Die Ware noch so gut angepriesen und noch so preisgünstig sein, kommt sie nicht schnell, verlässlich und unversehrt an, wenden sich die Kunden schnell ab. Das größte Problem dabei ist meistens die Paketzustellung.

Wenn du nicht zuhause bist und keine hilfsbereiten Nachbarn das Paket annehmen, du keine Abstellgenehmigung vereinbart hast oder eine Paketstation nutzt, dann bleibt nur die mühsame Abholung in der zuständigen Filiale. Sind dann die Öffnungszeiten ungünstig, kann es Tage dauern, bis du endlich an dein Paket kommst.

Problem erkannt und schon gebannt!

Der Versandriese Amazon reagiert darauf mit einem neuen Angebot: Das US-Unternehmen will Sendungen künftig bis in die Wohnung zustellen.  Dafür musst du auch gar nicht mehr zuhause sein.  Ein digital vernetztes Schloss erlaubt  es den Paketzustellern deine Wohnung – aufgezeichnet durch eine Kamera – allein zu betreten. Laut dem neuen Angebot  „Amazon Key“ kann der Paketbote über das Internet bei Amazon den Zugang zur Wohnung erbitten. Das Authentifizierungssystem des Konzerns öffne dann die Tür. Automatisch zeichne eine Kamera die Lieferung auf – live zu betrachten vom Kunden oder später als Videoclip anzusehen.

Wann geht es los?

Für Deutschland ist das zunächst einmal Zukunftsmusik. Der Konzern kündigte an, dass diese neuen Türschlösser ab dem 8. November in 37 US-Städten für Nutzer ihres kostenpflichtigen Angebots verfügbar sein werden.

Was kostet das?

Der Preis für die einfachste Version des intelligenten Schlosses liegt bei 250 Dollar. Dafür wird die Bestellung sicher in der Wohnung abgeliefert und es entfällt die Zeit fürs lästige Abholen.

Welche Risiken gibt es?

Dazu hat sich der Konzern auch schon Gedanken gemacht und bietet gleichzeitig eine etwas nebulöse Garantie an, falls die Zustellung nicht zur Zufriedenheit verlaufe. Aber was passiert, wenn der Zusteller kriminelle Energien entwickelt, z. B. Dinge aus der Wohnung klaut, sie verwüstet oder einfach mit Banden zusammenarbeitet, die das gesamte Zuhause leer räumen? Das scheint noch völlig im Dunkeln zu liegen.  „Wir arbeiten mit Ihnen zusammen an einer Lösung des Problems“, lautet das wolkige Versprechen des Konzern in der Garantie.

Weitere Planungen zum „Key“?

Schlüssel vergessen, Zug verspätet, Stau in der Stadt – alles kein Problem.  Weder deine Familienangehörigen, Freunde, Handwerker oder wer auch immer in deine Wohnung muss, bleibt künftig allein vor verschlossener Tür stehen und muss auf dich warten.  Den neuen Wohnungszugang will Amazon auch für Freunde und Familienangehörige der Kunden ermöglichen oder für spezielle Haushaltsdienste. Dafür plant das Unternehmen auch Partnerschaften mit Dienstleistungsfirmen.

Deutsche sind beim Thema vollautomatische Lieferung laut einer aktuellen YouGov-Studie eher skeptisch. Nur ein Viertel der rund 2.000 Befragten stehen Paketrobotern und Lieferdrohnen, die vollkommen selbstständig Lieferungen an vorher festgelegten Orten ablegen, (eher) positiv gegenüber. Dagegen sagen 38 Prozent, das sie sich Waren ausschließlich durch Postboten zustellen lassen wollen. Gegen die nichtmenschlichen Zusteller spricht, dass sie laut Ansicht der Umfrage-Teilnehmer Arbeitsplätze in der Logistik gefährden.

Dennoch testen derzeit viele Unternehmen der Branche den Einsatz. Hermes beispielsweise hat kürzlich in Hamburg einen sechsmonatigen Pilotversuch mit Lieferrobotern des IT-Startups Starship Technologies durchgeführt – laut Angaben des Unternehmens mit Erfolg.

Das Angebot des US-Riesen ist mir doch noch ein bisschen unheimlich. Aber wahrscheinlich bin ich im Moment genauso skeptisch wie viele, wenn es um die vollautomatische Lieferung geht. Wie findet ihr die neuen Idee?

Geposted von
Karin Paprotta
Nicht so meinsNützlich & HilfreichMega!
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