My Finance Coach Blog | 01.08.2017

Tarnen, Tricksen, Täuschen

Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2016 wurden 404,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Über 800.000 Personen waren 2016 in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt. Rechnet man die ganzen Zulieferbetriebe und Versicherungen mit, dann sind es noch deutlich mehr.

Jedes dritte Auto auf Deutschlands Straßen ist ein Dieselfahrzeug, das entspricht rund 15,1 Millionen. Der Dieselskandal ist bekannt. Heute treffen sich Mitglieder der Autoindustrie, Gewerkschaften und  Politiker. Sie beraten über eine Lösung wie die dreckigen Dieselfahrzeuge zu sauberen werden können. Das ist ziemlich kompliziert, denn die  Verbraucher wollen zu Recht keine zusätzlichen Kosten aufgebrummt bekommen oder evtl. ein Fahrverbot für ihren Diesel.   Die Autoindustrie ist natürlich an einer kostengünstigen Lösung interessiert. Arbeitsplätze und die Umwelt dürfen aber auch nicht auf der Strecke bleiben.

Seit 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine Reihe deutscher Autobauer, weil deren Autos zu dreckig für die Umwelt sind. Die Organisation „Deutsche Umwelthilfe“ hat beim Verwaltungsgericht Stuttgart erfolgreich geklagt. Das Urteil ist am Freitag gefallen: Baden-Württemberg muss etwas gegen die Luftverschmutzung in der Landeshauptstadt Stuttgart tun. Sonst dürfen dort schon bald keine Diesel-Autos mehr fahren. Und dieses Urteil könnte Signalwirkung für andere Bundesländer und Städte haben.

Nach dem Abgasskandal droht der deutschen Autoindustrie neues Ungemach: VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler könnten sich jahrzehntelang illegal abgesprochen haben. Die EU-Kommission prüft den Kartellvorwurf.

Aber was ist eigentlich ein Kartell?

Unternehmen sprechen sich untereinander ab. Zum Nachteil der Kunden. Mal sind es die Preise, mal verabreden die Firmen, sich in einer Stadt keine Konkurrenz zu machen. Ziel ist es, die Preise hoch zu halten und somit möglichst viel Gewinn zu machen. Alles natürlich ganz geheim, damit es keiner merkt. Das ist verboten und wird bestraft.


Deshalb gibt es in Bonn eine Behörde, das Bundeskartellamt. Mal muss das Amt gegen Hersteller von Eisenbahnschienen ermitteln, mal gegen Schokoladenproduzenten. Wer erwischt wird, muss saftige Bußgelder zahlen. Oft sind es mehrere Millionen Euro.

Aber nicht jede Kooperation von Unternehmen ist grundsätzlich illegal.

Sollten sich diese Vorwürfe aber als wahr erweisen, könnten das Bundeskartellamt und die EU-Kommission über die Beteiligten hohe Strafen verhängen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Kommission im Zusammenhang mit Wettbewerbsverstößen empfindliche Strafen verhängt, wie die Infografik zeigt.

Geposted von
Karin Paprotta
Nicht so meinsNützlich & HilfreichMega!
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