My Finance Coach Blog | 12.04.2017

Studentenbude gesucht?

Bezahlbare Wohnungen sind knapp, besonders in den Uni- oder Großstädten. Studenten haben es auf dem Wohnungsmarkt schwer, denn seit Jahren wird in den meisten Ballungszentren zu wenig gebaut – und wenn doch, entstehen meist Luxuslofts und Einfamilienhäuser, aber kaum Studentenbuden.

Wenn es dich wegen des Studienplatzes nach München, Hamburg oder Frankfurt zieht, musst du monatlich mehr Geld zur Verfügung haben, als in anderen Städten.  Das ist das Ergebnis einer Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, die 15 Universitätsstädte unter die Lupe genommen haben.  Die Analysten wollten rausfinden, wo Studenten am teuersten und am günstigsten wohnen. Sie verglichen die Mietpreise bei den Onlineportalen immobilienscout24.de und wg-gesucht.de – beliebte Adressen für Studenten, um eine Wohnung zu finden. Luxuswohnungen, die sich Studenten sowieso nicht leisten können, haben die Forscher nicht berücksichtigt.

Betrachtet man alle 15 Unistädte, müssen Studenten derzeit im Schnitt fast 10 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen. Allerdings müssen Leipziger Studenten für eine  typische Studentenwohnung mit einer Größe von 30 Quadratmetern „nur“ rund 322 Euro ausgeben, während die Kosten für die gleiche Wohnung in München mit 634 Euro fast doppelt so hoch ausfällt.

Knappes Bauland treibt Mieten in die Höhe

Dass die Mieten für Studenten überall deutlich steigen, liegt hauptsächlich an der geringen Bautätigkeit. In Berlin, Stuttgart und München wurde zwischen 2011 und 2015 jeweils nur rund 40 Prozent dessen gebaut, was nötig gewesen wäre, um den Bedarf an Wohnraum zu decken. Lediglich in Bochum, Jena und Siegen wurde mehr gebaut als erforderlich.

Was die Wohnungsmisere noch verschärft, ist, dass in den meisten Unistädten überwiegend große Wohnungen, Einfamilienhäuser sowie luxuriöse und damit hochpreisige Einzimmerwohnungen entstehen. Mit solchen Objekten erzielen Projektentwickler höhere Margen als mit kleinen Wohnungen. Solange Bauland in diesen Städten knapp ist, wird sich deshalb für Studenten nichts an den stetig steigenden Mietpreisen ändern.

Alternativen zu teuren Wohnungen

Sind die Mieten in der Uni-Stadt hoch, sollten Studierende Möglichkeiten abseits des regulären Wohnungsmarktes prüfen.

  • Wohnen für Hilfe: Dieses Projekt gibt es schon in vielen Städten. Studenten wohnen dann etwa bei einem Senioren und helfen ihm in der Woche eine bestimmte Anzahl an Stunden im Haushalt. Dafür kann man im Gegenzug umsonst oder für wenig Geld wohnen.
  • Studentenwohnheim: Günstiger als eine Wohnung auf dem regulären Wohnungsmarkt ist auch ein Zimmer im Studentenwohnheim. Um dort einen Platz zu bekommen, solltest du dich aber möglichst früh kümmern. Was viele nicht wissen: Man kann sich dort auch bereits bewerben, wenn man noch gar nicht immatrikuliert ist. Die Immatrikulationsbescheinigung reichen Studierende dann später nach.
  • Studienkredit: In Notfällen bleibt immer die Möglichkeit, einen Studienkredit aufzunehmen. Bevor man so etwas macht, sollte man aber immer prüfen, ob es nicht auch anders geht. Wer momentan allein wohnt, kann überlegen, in eine WG oder ins  Studentenwohnheim zu ziehen. Oder man schaut sich die Verkehrsverbindungen genauer an und vergleicht Zeitaufwand, Fahrkosten und Miete mit dem Preis für die Wohnung in Citylage.
Geposted von
Karin Paprotta
Nicht so meinsNützlich & HilfreichMega!
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