My Finance Coach Blog | 18.10.2017

Streaming das neue Fernsehen

Brav um Viertel nach acht zum Fernsehprogramm auf dem Sofa Platz nehmen, das war gestern. Insbesondere jüngere Menschen nutzen das lineare Fernsehen, also TV mit festgelegtem Zeit- und Programmplan, immer seltener.

Einloggen, Film oder Serie auswählen, los geht’s. Millionen Menschen werden selber zu Programmplanern, seit Streamingdienste mit selbstbestimmtem Fernsehen locken – und staffelweise mit guten Serien. So funktioniert Netflix, der wohl bekannteste Streamingdienst, der mit Produktionen wie „Breaking Bad“, „House of Cards“ oder „Narcos“ weltbekannt wurde.

Der Aufstieg von Netflix

Netflix wurde vor 20 Jahren gegründet und war in seinen Anfangsjahren ein Online-DVD-Verleih. Bis 2007 verschickte das Unternehmen davon eine Milliarde. Im selben Jahr begann Netflix damit, Filme online zugänglich zu machen. Seitdem ist dem Unternehmen ein bemerkenswerter Aufstieg gelungen.

Netflix hat die Zahl seiner weltweiten Nutzer zum 30. September auf mehr als 109 Millionen gesteigert. Das sind 49 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Und so viele  Menschen wie derzeit in Deutschland, Österreich und den Niederlanden zusammen leben. Die meisten Kunden sind US-Amerikaner. Für das laufende Quartal geht das Unternehmen von einer Steigerung der Nutzerzahl auf 115,6 Millionen aus.

Entsprechend positiv reagierten die Anleger. Die Netflix-Aktie stieg am Montag nachbörslich auf ein neues Rekordhoch. Von Juli bis September hat das Unternehmen rund 2,5 Milliarden Euro eingenommen. Dabei erzielte Netflix unterm Strich rund 110 Millionen Euro Gewinn – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Warum läuft es so gut bei Netflix?

Weil die Zuschauer die Serien lieben, die Netflix selbst produziert und nur auf seiner eigenen Plattform zeigt. Zuletzt kamen die Reihen „Narcos“, „Ozark“ oder „Stranger Things“ beim Publikum besonders gut an. Damit dieser Erfolg anhält, will das Unternehmen im kommenden Jahr bis zu acht Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro) in die Produktion neuer Inhalte investieren.

Wie verbreitet ist Streaming in Deutschland?

Laut einer Studie von Ernst & Young verlagert sich Mediennutzung der Deutschen immer mehr ins Internet. Bislang zahlen 23 Prozent für Video on Demand (z. B. Netflix), bei Musik sind es 19 Prozent. Der Markt ist also noch weit davon entfernt vollständig erschlossen zu sein.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Facebook steckt eine Milliarde in eigene Film- und Fernsehinhalte und bietet um Sportrechte mit. Apple engagierte Star-Regisseur Steven Spielberg und investiert kommendes Jahr eine Milliarde Dollar in die Produktion zehn eigener Shows. Amazon produziert in Hollywood eigene Serien. Das muss natürlich alles bezahlt werden. Die Kosten werden sich in höheren Gebühren für die Nutzer niederschlagen.  Aber Wettbewerb funktioniert nicht nur über das Angebot sondern auch immer über den Preis.

Geposted von
Karin Paprotta
Nicht so meinsNützlich & HilfreichMega!
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