My Finance Coach Blog | 28.07.2017

Papier statt Plastik?

Unterwegs zum Shoppen oder auf dem Heimweg mal eben schnell einen Stopp beim Supermarkt – und natürlich hat man keine Einkaufstasche dabei. Eine Alternative muss her, schließlich soll alles sicher nachhause transportiert werden. Statt umweltschädlicher Plastiktüten bieten inzwischen viele Händler Alternativen aus Papier, Mais oder Zuckerrohr an. Doch haben sie wirklich die bessere Umweltbilanz?

 

Und wer alles richtig machen will, der kaufe eine fair gehandelte Biobaumwolltasche und benutze sie bis an sein Lebensende. Schon nach 30 mal einkaufen ist eine Baumwolltasche „grüner“ als Einweg-Plastiktüten (selbst wenn sie etwa dreimal benutzt werden).

Insgesamt lag der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland bei 3,7 Milliarden Stück. Jeder Deutsche hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 45 Plastiktüten verbraucht. 2015 waren es noch 68 Stück. Damit hat sich die Initiative von Bundesumweltministerium und Handelsverband, eine Bezahlpflicht auf die Kunststoff-Tragetaschen einzuführen, gelohnt. Laut Handelsverband ging der Verbrauch von Plastiktüten besonders im Textileinzelhandel massiv zurück. Hier führten die bezahlpflichtigen Tüten zu einem Rückgang von 50 bis 80 Prozent. In einigen Unternehmen verschiedener Branchen werde mittlerweile komplett auf Einwegtaschen verzichtet.

Papiertüten sind nicht unbedingt umweltfreundlicher

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verbraucht die Herstellung von Papiertüten enorme Energie, Rohstoffe und auch Chemikalien. Für eine Tüte aus Papier werden drei Liter Wasser verbraucht. Das liegt vor allem daran, dass Papiertüten viel dicker sein müssen als Plastiktüten, um dieselbe Reißfestigkeit zu haben – dementsprechend wird auch viel mehr Material verbraucht. Eine Papiertüte ist im Schnitt immer doppelt so schwer wie eine Plastiktüte derselben Größe.

Damit die Papiertüte umweltfreundlicher als eine Plastiktüte ist, müsste man sie aber drei bis vier Mal verwenden. Experten gehen aber davon aus, dass nur ein Bruchteil der Tragetaschen aus Papier tatsächlich wiederverwendet wird.

Auch Thomas Fischer, Experte für Kreislaufwirtschaft bei der DUH, meint: „Papiertüten sind noch nicht widerstandsfähig genug, als dass sie sich wirklich als umweltfreundliche Alternative zu der Plastiktüte eignen.“ Ein großer Vorteil sei allerdings, dass Papiertüten sich in der Natur relativ schnell abbauen.

Was ist das Problem beim Plastik?

Es kann Hunderte Jahre dauern, bis sich Plastikbeutel in der Natur zersetzen. Teppiche aus Plastiktüten und Kunststoff im Meer sind inzwischen zu einem Problem geworden. Diesen Abfall nehmen Tiere auf, was sie schwächt oder tötet.

Was kannst du als Verbraucher tun?

Besser den guten alten Stoffbeutel oder eine Tasche bzw. einen Korb zum Einkaufen mitbringen. Falls es mal nicht geklappt hat, lieber zu recyclebaren Alternativen greifen und die dann auch mehrfach wiederverwenden. Und wer alles richtig machen will, der kaufe eine fair gehandelte Biobaumwolltasche und benutze sie bis an sein Lebensende. Schon nach 30 mal einkaufen ist eine Baumwolltasche „grüner“ als Einweg-Plastiktüten (selbst wenn sie etwa dreimal benutzt werden).

 

Geposted von
Karin Paprotta
Nicht so meinsNützlich & HilfreichMega!
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