Paketzusteller: Moderne Weihnachtsmänner oder –frauen?

Ohne sie wäre es leerer unterm Weihnachtsbaum: Die Paketzusteller werden auch dieses Jahr Millionen Pakete in der Vorweihnachtszeit durch Deutschland befördern. Eine aktuelle Umfrage von YouGov zeigt jedoch, dass die Wertschätzung für Paketboten in der Bevölkerung eher gering ist.

Die Deutsche Post erwartet einem neuen Paket-Rekord. In den Tagen vor Weihnachten wird mit mehr als 11 Millionen Paketen täglich gerechnet.  An anderen Tagen im Jahr sind es rund 4,6 Millionen Pakete.

Logistikunternehmen stehen vor großen Herausforderungen: steigender Kostendruck, neue Wettbewerber (z. B. Amazon Logistics),  notwendige Investitionen in Technologie und Infrastruktur. Dazu kommt das Fehlen von Personal.  Dabei  werden – gerade in der Vorweihnachtszeit – immer mehr Arbeitskräfte benötigt, um die steigende Menge an Paketen bewältigen zu können.

Paketzusteller haben häufig eine hohe Arbeitsbelastung, ihre Bezahlung ist dagegen vergleichsweise gering. Viele sind für nicht tarifgebundene Subunternehmen tätig, die maximal den Mindestlohn zahlen. Und auch die gesellschaftliche Wertschätzung ist im Vergleich zu anderen Berufsgruppen in Deutschland nicht besonders stark ausgeprägt.

Nahezu zwei Drittel (62 Prozent) der Deutschen geben Paketzustellern in der Regel kein Trinkgeld. Jeder Fünfte (18 Prozent) gibt Paketzustellern hin und wieder Trinkgeld.

Nicht einmal jeder zehnte Deutsche (acht Prozent) hat für Paketzusteller regelmäßig ein Trinkgeld parat.

Dagegen geben drei von vier Deutschen (73 Prozent) Kellnern regelmäßig Trinkgeld, 60 Prozent Friseuren und 39 Prozent Taxifahrern.

Zusatzgebühr für faire Arbeitsbedingungen?

Die Verbraucher setzen darauf, dass Paketzusteller von ihren Arbeitgebern fair behandelt werden. Rund ein Fünftel wäre bereit, einen (symbolisch gewählten) Euro für faire Arbeitsbedingungen der Zusteller zu bezahlen. Weitere 27 Prozent finden diese Idee zwar gut, allerdings sind sie aber nicht bereit, dafür zu bezahlen. Jeder Dritte (32 Prozent) setzt faire Arbeitsbedingungen voraus und würde deshalb nicht dafür bezahlen.

Für andere Zusatzoptionen wie einen frei wählbaren Wunschtermin (16 Prozent), eine klimaneutrale Zustellung (14 Prozent) oder möglichst geringe Verkehrsbelastung (16 Prozent) ist der Anteil derer, die diese Eigenschaft voraussetzen, nur halb so hoch.

Sind also Paketzusteller die modernen Weihnachtsfrauen und -männer? Leider nein.  Die Dienstleistung von Paketzustellern nehmen die meisten Konsumenten als all-inklusiv war. Die Bereitschaft, für diese Dienstleistung Trinkgeld zu geben oder einen Aufpreis für faire Arbeitsbedingungen zu bezahlen, ist nur gering ausgeprägt.

Auch wenn es auf Weihnachten zugeht und gerade in der Hochsaison Paketzusteller mittlerweile für viele unverzichtbar sind, bei der Wertschätzung üben sich die Konsumenten in Zurückhaltung.