My Finance Coach Blog | 28.09.2017

ICE und TGV fusionieren

Siemens und Alstom wollen einen neuen europäischen Eisenbahnkonzern formieren. Die Hersteller von TGV und ICE reagieren damit auf Chinas Giganten CRRC.

Der TGV ist für Frankreich ein nationales Symbol, der ICE ist die deutsche Antwort darauf. Die Hersteller von ICE und TGV, Siemens und Alstom, haben sich auf eine Fusion geeinigt, wie der deutsche Konzern am Dienstag bestätigte. Zuvor hatten die Aufsichtsräte der beiden Firmen getagt. Der französische Staat hält 20% an Alstom und hatte das Zusammengehen in den letzten Tagen begrüsst. Siemens hatte lange noch ein zweites Eisen im Feuer, den kanadischen Konkurrenten Bombardier. Diese Verhandlungen waren aber ins Stocken geraten.

Der neue Gigant aus China

Alstom und Siemens haben sich jüngst allein gut geschlagen. Warum wollen sie trotzdem ihre Kräfte bündeln?

Das dürfte zu einem guten Teil die Furcht vor einem neuen großen Konkurrenten aus China sein. Dort wurden 2015 zwei staatliche Schwergewichte zu einem Konzern, der CRRC, verschmolzen.

Die Deutschen waren mit einer Betriebsmarge von 8,7% profitabler als die Franzosen mit 5,8%. Nach der Fusion würde weltweit die Nummer zwei der Branche entstehen. Das Unternehmen würde gut 15 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften und 62.000 Mitarbeiter haben.

Siemens soll an dem Gemeinschaftsunternehmen knapp über 50 Prozent halten. Der neue Konzern unter dem Dach von Alstom soll den Namen „Siemens Alstom“ tragen.

Die beiden Konzerne wollen mit der Zusammenlegung etwa 470 Millionen Euro jährlich sparen. Im Moment machen die Zughersteller jedes Jahr etwa 1,2 Milliarden Euro Gewinn.

Auf der Pressekonferenz fragte ein Journalist, ob der neue Konzern in einigen Jahren einen neuen, schnelleren Zug herstellen wird. Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge erklärte, dass die Technik im ICE und im TGV sehr unterschiedlich ist. Er will deswegen aus beiden Systemen die besten Elemente auswählen und daraus gute Züge bauen.

Wie schnell die neuen französisch-deutschen Züge dann sein werden und was sie sonst so können, hänge von den Bestellungen der Kunden ab, meint Poupart-Lafarge. Siemens-Chef Joe Kaeser gab zu, dass der TGV mit 350 Stundenkilometern sehr schnell ist.

Woher kommen die schnellsten Züge der Welt?

Geposted von
Karin Paprotta
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