Essen in Schulkantinen

Kinder essen in deutschen Schulen noch immer zu ungesund. Dies hat eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ergeben. Dabei müssten die Schulen im Durchschnitt nicht viel mehr Geld ausgeben, um den Kindern ein besseres Mittagessen zu bieten.

Frisches Gemüse, Fisch und ein Obstsalat: Ein gesundes Menü wie dieses steht viel zu selten auf dem Speiseplan deutscher Schulkantinen. Forscher fanden nun heraus: Eine bessere Verpflegung würde nur vier Cent mehr kosten.

Laut der Studie zahlen die Eltern im Durchschnitt 3,50 Euro pro Schulmahlzeit.

Wenn in einer Grundschule, 200 Essen ausgegeben werden, dann betrüge der Unterschied laut Modellrechnungen nur vier Cent pro Mahlzeit.

Diese vier Cent könnte man durch mehr Effizienz in den Kantinen einsparen, etwa durch einen geringeren Energieverbrauch. Zudem könnten Essen günstiger angeboten werden, wenn mehr Kinder in der Schule zu Mittag essen würden. Je mehr Essen bestellt würden, umso günstiger können Schulen sie anbieten.

Wohlfühlatmosphäre, mehr Abnehmer

Für die Schulen würde das konkret bedeuten, dass die gesamte Essenssituation attraktiver gestaltet werden müsse. Wenn die Kantine ein Ort wird, an dem sich Kinder wohlfühlen – ohne Lärm, mit der Möglichkeit, sich beim Essen auch zurückzuziehen – dann würden vielleicht mehr Kinder das Angebot wahrnehmen.  In vielen Schulen sind einladende Räumlichkeiten bisher nicht der Fall.

Essen in der Schulkantine fest vereinbaren

Eine weitere Maßnahme könnte sein, die Einnahme der Mahlzeiten verbindlich zu machen. Auch das ist bisher häufig nicht so. Doch wenn alle Kinder zum Essen kommen müssten, gäbe es womöglich automatisch auch mehr Abnehmer.

Zuschüsse zur Schulverpflegung

Die deutschen Kommunen bezuschussen die Ausgabe von Schulverpflegung derzeit mit bis zu 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses finanzielle Engagement der Gemeinden ist vielen Eltern und Verantwortlichen womöglich gar nicht bewusst.

Was untersuchte das Forscherteam?

Für die Studie nahm das Team Kontakt zu insgesamt 1072 Essensanbietern und 488 Schulträgern aus allen Bundesländern auf. Ermittelt wurden die Speisepläne der jeweiligen Schulen, Lebensmittelpreise, Lieferkosten, Personalkosten und Betriebskosten. Eine Mahlzeit sei gesünder, so die Forscher, wenn die Schulen sich an den Qualitätsstandards der DGE orientierten.

Die DGE empfiehlt zum Beispiel:

  • täglich Gemüse und Getreideprodukte anzubieten
  • sowie nicht mehr als zweimal in der Woche Gerichte mit Fleisch oder Wurst.
  • Mindestens einmal in der Woche sollte zudem Fisch zubereitet werden.Im Jahr 2007 hatte die DGE erstmals Qualitätsstandards veröffentlicht. Sieben Jahre später ergab eine Studie im Auftrag des Bundesernährungsministeriums, dass das Essen in Schulen noch immer häufig nicht gesund genug sei. Nur jeder fünfte Schulspeiseplan entsprach zum Beispiel der DGE-Empfehlung von höchstens zweimal pro Woche Fleisch.
  • Frau Klöckner warb für die flächendeckende Anwendung der DGE-Standards an allen Schulen. “Wenn nur ein einstelliger Centbetrag den Unterschied macht, dann darf es keine Ausreden mehr geben”, erklärte sie. Es gehe um eine “Investition in die Gesundheit unserer Kinder.”