My Finance Coach Blog | 09.11.2017

Die Überschuldung wächst

Trotz der guten wirtschaftlichen Lage sind das zweite Jahr in Folge mehr als zehn Prozent der Erwachsenen in Deutschland überschuldet.

Mehr als 6,9 Millionen Menschen können ihre laufenden Ausgaben nicht mit ihren Einnahmen decken. Das sind 65.000 Fälle mehr als noch 2016.  Das zeigt der Schuldneratlas 2017 von Creditreform, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Was bedeutet Überschuldung?

Von Überschuldung spricht man, wenn jemand seine Schulden auf absehbar Zeit nicht mehr zurückzahlen kann.

Wenn also das regelmäßige Einkommen nach Abzug der Lebenshaltungskosten nicht mehr zur fristgerechten Schuldentilgung reicht.

Was sind die Gründe für Überschuldung?

Rund zwei Drittel der Fälle lassen sich auf fünf Gründe zurückführen.

  • Arbeitslosigkeit (20,2 Prozent),
  • Erkrankung, Sucht, Unfall (15,3 Prozent),
  • Trennung, Scheidung und Tod (12,8 Prozent),
  • unwirtschaftliche Haushaltsführung (10,9 Prozent) und
  • eine gescheiterte Selbstständigkeit (8,4 Prozent)

Damit sind diese fünf Faktoren für insgesamt 67,6 Prozent der Überschuldungsfälle in Deutschland verantwortlich.

Wo leben die meisten Schuldner?

Die drei Städte mit den höchsten Überschuldungsquoten liegen alle in NRW: Duisburg, Essen und Dortmund. In Duisburg sind 17,08 Prozent der Einwohner über 18 Jahren überschuldet, in Dortmund sind es 14,44 Prozent und in Essen 13,76 Prozent. In Bremen (13,97 Prozent), Sachsen-Anhalt (12,71 Prozent) und Berlin (12,63 Prozent) ist die Überschuldungsquote am höchsten, in Bayern (7,47 Prozent), Baden-Württemberg (8,31 Prozent) und Thüringen (9,25 Prozent) dagegen am niedrigsten.

Wer ist überschuldet?

Der Großteil der Überschuldeten ist männlich. Knapp 4,23 Millionen Männern stehen ungefähr 2,67 Millionen Frauen gegenüber. Im Durchschnitt stehen die Männer mit 35.200 Euro in der Kreide, Frauen schulden im Schnitt 24.700 Euro.

Die größte Gruppe sind die 30- bis 39-Jährigen: Insgesamt 1,92 Millionen Menschen und damit 18,93 Prozent.  Aber auch die Überschuldung in der Gruppe der Rentner ist gewachsen. Insbesondere bei den über 70-Jährigen steigt die Schuldenquote besonders schnell. In dieser Altersgruppe sind 190.000 Menschen von Überschuldung betroffen, das sind 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Autoren des Schuldneratlas‘ vermuten, dass dies an einer zu geringen Rente liegt: „Offensichtlich reicht bei vielen älteren Verbrauchern das Leistungsniveau der Rentenversicherung nicht mehr aus.“

Immer mehr Menschen fühlen sich von der ökonomischen Aufwärtsentwicklung abgekoppelt, heißt es im Schuldneratlas. Das erklärt auch, warum es trotz einer guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland immer mehr Verschuldete gibt.

Konsum ist eine der Hauptursachen dafür, dass in Deutschland rund 1,7 Millionen junge Menschen unter 30 Jahre überschuldet sind. Mehr dazu im WISO-Tipp: Wie junge Erwachsene ihre Schuldenkarriere wieder in den Griff bekommen können und wie sich Schulden verhindern lassen.

Über Geld spricht man nicht – falsch.

Wenn Jugendliche einen bewussten, vernünftigen Umgang mit Euro und Cent lernen sollen, ist Offenheit gefragt. Je nach Alter darf der Nachwuchs ruhig wissen, wie es um die Familienfinanzen bestellt ist. Wie viel die Eltern für ihr Geld arbeiten müssen, was die Familie sich leisten kann und dass auch die Eltern auf eine größere Anschaffung oder den Familienurlaub sparen, dass es sich lohnt, mit einem festen Budget zu planen und Preise zu vergleichen.

Ein Thema für Ihre Schüler?

Setzen Sie als Lehrkraft genau hier an und behandeln beispielsweise das Modul Kaufen in Ihrem Unterricht! Was ist der Unterschied zwischen Brauchen und Haben-wollen? Brauchen wir wirklich das neue Smartphone oder wollen wir es nur haben? Wie ist Werbung aufgebaut? Wie unterscheidet sich diese von Schüler*Innen als Zielgruppe von der, die Erwachsene ansprechen soll? Woran erkennt man das? Auch schön – wenn wir gerade mal dabei sind – würde sich dann Planen, Sparen oder Haushaltsplanung anbieten.

Sollten Sie zwar Interesse an den Modulen, aber weniger an Unterrichtsvorbereitungen haben, laden Sie doch zu einem Klassenbesuch ein und Experten aus der Wirtschaft führen durch die jeweilige Unterrichtseinheit.  Oder wir laden Sie gern zu einer Lehrerfortbildung zu diesen und anderen Themen ein – selbstverständlich kosten– und werbefrei. Treten Sie mit uns in Kontakt!

Geposted von
Karin Paprotta
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